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ifb stärkt ehrenamtliche Arbeitsrichter

Ehrenamtliche Richter am Arbeitsgericht

Wer schon mal eine Verhandlung am Arbeitsgericht besucht hat, weiß: Hier wirken neben einem oder mehreren Berufsrichtern immer auch ehrenamtliche Richter in den Verhandlungen und bei der Urteilsfindung mit. Vorgeschlagen werden diese Personen von den Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Sehr oft sind hier auch Betriebsratsmitglieder vertreten.

Ehrenamtlicher Richter? Braucht man dafür nicht besonders gute Rechtskenntnisse? Die Antwort kennt Anna Helmke: „Vertieftes Wissen im Arbeits- und Prozessrecht ist zwar nicht Voraussetzung dafür, das Amt zu übernehmen. Wer sich im Arbeitsrecht und mit den formalen Abläufen auskennt, kann seine Rolle jedoch deutlich leichter und selbstbewusster ausfüllen„, meint die Juristin. Sie ist seit mehreren Jahren in der Planung des ifb tätig. Gemeinsam mit Kollegin Katharina Köhler konzipierte sie ein neues Tagesseminar, das sich an Betriebsräte und andere betriebliche Interessenvertreter richtet, die als ehrenamtliche Richterinnen oder Richter tätig sind.

Natürlich erwarte das Arbeitsgericht von seinen Kolleginnen und Kollegen aus der betrieblichen Praxis keine lückenlosen Rechtskenntnisse.  Dafür dürfen sie aber etwas anderes mitbringen: „Vor allem gesunder Menschenverstand und weitreichende Erfahrungen in der Arbeitswelt sind wichtig!“, so Anna Helmke.

Das ifb bietet dieses neue Tagesseminar gratis an. ifb-Institutsleiter Hans Schneider erklärt warum: „Ehrenamtliche Arbeitsrichter setzen sich, genauso wie Betriebsräte, für eine gerechtere Arbeitswelt ein. Nur gibt es dafür leider keinen gesetzlichen Schulungsanspruch. Für ihr gesellschaftliches Engagement möchten wir diesen Menschen Danke sagen. Und darum bieten wir die Schulung kostenlos an.

Interessiert? Weitere Infos zum neuen Tagesseminar des ifb für ehrenamtliche Richterinnen und Richter.

BEM-Referenten optimieren wichtige Seminarreihe

Nach dem Seminar ist vor dem Seminar – selten war dieser Spruch zutreffender als am letzten Januar-Wochenende in Hannover. Das ifb lud ein und 18 Spezial-Referenten für den Bereich „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ kamen. Viele direkt vom Seminar.

Die Juristin Melanie Braun plant diesen Seminarbereich beim ifb. Sie freut sich: „Wirklich toll, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind.“ Und tatsächlich: Während für viele das Wochenende begann, setzten sich die Experten zusammen und diskutierten bis weit in die Nacht und auch den ganzen Samstag, wie sich Inhalte und Konzept der beliebten dreiteiligen Seminarreihe noch besser miteinander verzahnen lassen.

Institutsleiter Hans Schneider war ebenfalls dabei. Er stellte klar, warum es ihm so wichtig ist, solche Fachbereichstreffen regelmäßig durchzuführen: „Ein großer Aufwand und auch recht anstrengend für alle.“ Anlass dafür seien vor allem die Rückmeldungen der Teilnehmer direkt aus den Seminaren. Hans präzisiert: „Wir lesen jeden einzelnen Bogen sehr genau und fragen im Zweifel immer nach. Erkennen wir Optimierungsbedarf, dann handeln wir und diskutieren das mit unseren Referenten.“

Und zwar sehr intensiv. Am Ende der zwei Tage stand fest,  wie die drei Teile der BEM-Reihe zukünftig ablaufen. Besonders wichtig: Die Inhalte können nun noch besser aufeinander abgestimmt werden. Und Teil II soll einen größeren Praxis-Schwerpunkt erhalten. Alle Referenten sind an Bord.

Jurist Matthias Gillmann ist einer der ifb-BEM-Experten. Wir fragten bei ihm nach. Er ist sehr zufrieden: „So ein Kollegenaustausch wie hier ist super und fachlich kaum zu toppen! So stellen wir sicher, dass unsere Teilnehmer den Wissenstransfer aus dem Seminar in den eigenen Betrieb bestmöglich hinkriegen. Ein richtig gutes Ergebnis für die Seminarreihe und unsere Teilnehmer.“

Über 150 Seminarleiter in Dresden – Mit viel frischem „Spirit“ ins neue Jahr

Für Seminarleiter beim ifb beginnt das Jahr meist mit einem Paukenschlag. Denn bevor die Seminarwochen wieder so richtig losgehen, steht im Januar das Jahrestreffen mit den Kollegen an. Manchmal ist es regional aufgeteilt. Und manchmal kommen alle an einem Ort zusammen. So wie diesmal, als sich über 150 Seminarleitungen aus der ganzen Republik vom 9. bis 11. Januar 2015 in Dresden trafen.  Aus der Seehausener Zentrale des ifb kamen 20 Kolleginnen und Kollegen mit dazu. Da war was los in Sachsen.

Jahrestreffen – warum eigentlich? Wir fragten Sabine Schäffer vom ifb. Die Betriebswirtin arbeitet seit vielen Jahren im Seminarleiter-Management. Ihre Aufgaben sind Recruiting und Besetzung sowie die Einsatzplanung der Kolleginnen und Kollegen. Sie erklärt: „Neben all der Freude, die man hat, wenn man so viele liebe und nette Menschen wiedersieht, ist uns der Erfahrungs- und Informationsaustausch ziemlich wichtig.“

Natürlich sei klar, dass man vieles schneller und oft recht einfach per Mail schreiben kann. Ihre Kollegin Alexandra Lange (Bild rechts)  ergänzt: „Das ist wie auf unseren Seminaren. Das Persönliche ist so wichtig. In der Atmosphäre einer solchen Veranstaltung bekommt man viel frischen „Spirit“ und holt sich einen großen Schub Motivation für das neue Jahr. Das braucht’s ganz einfach.“

Drei Tage Workshops, Infoveranstaltungen und Gastvorträge. Natürlich gab es auch die ein oder andere Feier. Wie etwa die Ehrung von Ute Kühnle und Jutta Freer. Die beiden beliebten Seminarleiterinnen sind seit 20 Jahren für das ifb im Einsatz. Wie viele Betriebsräte genau denn von Ute (Bild mitte) und Jutta (Bild links) durch eine Seminarwoche begleitet wurden, wurde gefragt. „Oh, viele“ meinten beide lachend. Aber irgendwann haben wir mit dem Zählen aufgehört“, so Jutta schmunzelnd. Und Ute ergänzt: „Es geht ja nicht um die Menge, sondern immer um Herz und Leidenschaft, mit der man seine Aufgabe erfüllt. Jeder einzelne Teilnehmer ist mir wichtig.

Was war noch? Die aus dem Fernsehen bekannte Psychologin Ilona Bürgel hielt in ihrem Gastvortrag mit dem Titel „Die Kunst, die Arbeit zu genießen“ vielen Anwesenden den Spiegel vor, auch als sie mit viel Spaß über die unterschiedliche Wahrnehmung von Männern und Frauen philosophierte. Dabei demonstrierte sie anschaulich, warum sich Frauen wegen ihres Aussehens und ihres Gewichts andauernd einen Kopf machen, Männer dies jedoch ziemlich stressfrei sehen würden.

Ach ja, und da waren auch noch die vielen Kurzfilme, die in Gruppenarbeit produziert wurden. Situative Wendigkeit beim ifb? Dazu gehört auch, schnell mal mit der Videokamera oder mit  dem Handy ein kleines witziges Movie zu drehen. Was für ein kreativer Spaß für alle.

Hans Schneider, der Institutsleiter des ifb, war in Dresden auch mit dabei. Er weiß: Zwei Dinge sind schon sicher. 2015 wird für alle erneut ein heißes und ganz intensives Seminarjahr werden. Aber Anfang 2016 sehen wir uns wieder. Und werden viel miteinander reden, diskutieren, Spaß haben und uns einfach richtig freuen.“

„Ich habe den größten Respekt…“ – Interview mit Hans Schneider

Zuerst die geschwungene Treppe ganz nach oben in den zweiten Stock. Dort rechts, am Kopierer vorbei und gleich wieder links. Hier mitten in der Marketing-Abteilung findet man seinen Arbeitsplatz: Den von Hans Schneider, dem Gründer und Inhaber des ifb.

Eine große Glasfront nach Süden läßt viel Licht in den Raum. Bei klarer Sicht sieht man von hier die Berge der Alpen bis hinüber zur Zugspitze. Viele Bücher, Unterlagen, Skripte und auch so manche ifb-Programme stapeln sich im Büro auf den beiden Tischen und im Regal.

Draußen ist es trüb. Zäher Nebel hält sich. Schon seit mehreren Tagen liegt er über der Region. Hans sitzt am Schreibtisch. Konzentriert schaut er die Unterlagen eines neuen Seminarthemas durch. Auch auf die heutigen Anmeldungen der Teilnehmer wirft er einen Blick. Das müsste er eigentlich nicht. Schließlich wuseln an manchen Tagen über 100 Mitarbeiter im Haus herum. Planung und Organsiation ist vor allem deren Aufgabe. Doch er macht das immer noch gerne. Den Bezug zu den täglichen Aufgaben seiner Kolleginnen und Kollegen hat er nie aufgegeben.

Heute haben wir mit ihm einen Termin vereinbart. Hans nimmt sich  Zeit für ein Interview mit der ifb-Onlineredaktion. Im Gespräch erzählt er, wie er damals 1988 in München angefangen hat. Eine Idee und eine Vision habe er im Kopf gehabt, als er den Mut fasste, sich selbständig zu machen. „Ich wollte Betriebsräte in die Lage versetzen, ihren Job gut zu machen und diesen auszufüllen. Es geht mir um erwachsenengerechtes Lernen. Dazu gehört, dass Lernen Spaß machen darf. „

Seine Vision ist Wirklichkeit geworden. Zu dieser Wirklichkeit gehören mittlerweile bis zu 50.000 Seminarteilnehmer – Jahr für Jahr. Er ist stolz:Ich habe wirklich den größten Respekt für Menschen, die sich für andere einsetzen! Diese bei ihrer Arbeit im Betrieb zu unterstützen, was gibt’s denn Besseres?“

Im Interview spricht Hans Schneider darüber, was er unter betrieblicher Mitbestimmung versteht, über Schulungen für Betriebsräte und das Verhältnis des ifb zu den Gewerkschaften.

Das ganze Interview mit Hans Schneider zum Nachlesen.