„Willkommen, Stefan!“ – Das erste Interview mit dem neuen Geschäftsführer des ifb

Mit viel Elan ist unser neuer Geschäftsführer Stefan C. Werner im April 2015 gestartet. Er freut sich auf die Arbeit beim ifb. „Es geht um die Menschen“, sagt er, „denn sie bringen die Unternehmen voran.“

Wir trafen Stefan zu einem ausführlichen Gespräch über seine ersten Tage beim ifb, seine bisherigen Eindrücke und Ziele. Er äußerte sich auch zu seiner Vorstellung von guter Zusammenarbeit, der Bedeutung von Mitbestimmung im Allgemeinen und zum Profitdenken mancher Unternehmen.

Stefan, seit bald vier Monaten bist Du Teil des ifb. Bist Du gut angekommen?

Sehr, mein Start beim ifb war so richtig positiv. Tag für Tag erlebe ich hier ein sehr angenehmes Klima. Die Kolleginnen und Kollegen sind freundlich und offen, überall herrscht eine wissbegierige Energie, das ist toll. Ich kann schon jetzt sagen, dass ich hier einen wunderbaren Arbeitsplatz gefunden habe.

Was hast du bisher beruflich gemacht?

Ich war überwiegend im Veranstaltungsbereich tätig. Schon während meines Wirtschaftsstudiums habe ich als Praktikant Veranstaltungen und Messen mitorganisiert. In Erlangen arbeitete ich am Aufbau einer Kongressagentur für medizinische Themen mit, da ging es auch um die Gründung einer Fortbildungsakademie. Diese zog nach München und ich wurde Geschäftsführer. Wir veranstalteten internationale Seminare und auch Kongresse mit bis zu 3.000 Teilnehmern. Zuletzt kümmerte ich mich um ein neues eLearning-Projekt in Zusammenarbeit mit einem großen deutschen Verlag.

Gab es besondere Eindrücke in den ersten Monaten hier beim ifb?

Da fallen mir sofort die Begegnungen mit unseren Seminarteilnehmern ein, mit denen ich in dieser kurzen Zeit schon einige gute Gespräche führen konnte. Gleich nach meinem Start hatte ich die schöne Gelegenheit, mich einer größeren Gruppe von Betriebsratsvorsitzenden vorzustellen. Wir diskutierten über einige interessante Themen, die die Kollegen bewegt haben. Der Austausch mit unseren Betriebsräten wird auch in Zukunft ganz oben auf meiner Liste stehen – und zwar dauerhaft. Man wird mich wohl viel auf Seminaren treffen.

Welche Ziele und Ideen hast Du für die nächsten Monate und Jahre mitgebracht?

Am Anfang hab ich mich schon gefragt: Was macht man bei einer Firma, bei der schon so viel gut läuft? Natürlich hab ich Ziele, die ich verfolgen werde.  Etwa die Vision der besten Wissensvermittlung für Betriebsräte. Nicht nur aufgrund seiner Marktposition gibt es da für das ifb viele Möglichkeiten. Außerdem bringe ich vielleicht eine etwas andere Art mit, an Dinge heranzugehen. Allein dadurch kann man bei Vielem neu ansetzen.

Hast du ein konkretes Beispiel?

Die Welt steckt mitten im digitalen Wandel. Das ifb muss sich hier weiter positionieren. Das betrifft unser Seminarangebot, gilt aber auch intern. Alles wird kurzfristiger, das ist auch bei der Weiterbildung so. Wir werden dabei noch mehr auf die Bedürfnisse unserer Seminarteilnehmer eingehen. Und innerhalb des ifb möchte ich die Arbeitsprozesse IT-unterstützt optimieren, um unsere Qualität noch weiter hochzuhalten. Wenn ich es auf einen Nenner bringen darf: Ich möchte den digitalen Wandel beim ifb begleiten und das digitale, von Ort und Zeit unabhängige Lernen voranbringen. Damit erhoffe ich mir, noch mehr Betriebsräten und SBVs Zugang zu unserem Seminarangebot zu ermöglichen. Eine abgestimmte Vor- und Nachbereitung des Seminarbesuches sollte dann zudem möglich sein.

Welche Chancen siehst du für das ifb als Unternehmen im Markt?

Trotz unseres Wachstums haben wir nach wie vor Luft nach oben. Unsere größte Anstrengung wird auch weiterhin sein, die Teilnehmer auf den Seminaren zu begeistern. Ich denke, dass es in der Ausrichtung der Mitbewerber durchaus Unterschiede gibt. Das ifb leistet viel Detailarbeit und ist mit großer Leidenschaft bei der Sache. Das wollen wir allen Seminarinteressierten vorab möglichst transparent machen. Also mir wäre das als potentiellem Teilnehmer schon etwas wert, wenn ich das wissen würde.

Wie steht es um die Wissensvermittlung?

Deren Qualität wird auf jeden Fall weiter gesichert. Unser Ziel ist die Zusammenarbeit mit den besten Referenten. Ich meine, bei der Qualität geht es doch nicht nur darum, mit einem optimalen Seminarangebot aufzutreten. Mindestens genauso wichtig ist, dass jeder Teilnehmer am Ende des Tages das ideale Handwerkszeug für seine BR-Arbeit hat. Wir wollen, dass man aus dem Seminar so viel wie möglich mitnimmt. Die Seminarwoche soll für jeden ein Erlebnis sein!

Konntest du für diese Ziele schon eine Strategie aufstellen?

Na ja, wir wollen unsere führende Position unter den Seminaranbietern weiter ausbauen. Um das zu schaffen, müssen wir uns von den Wettbewerbern, ich nenne sie auch gerne Marktbegleiter, weiter differenzieren. Eine Strategie? Aber sicher. Lass mich mal nur so viel sagen: Wir reden recht viel mit unseren Teilnehmern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, sie und ihre Bedürfnisse zu verstehen.

Was tust du, um dieses Verständnis zu entwickeln?

Wie schon gesagt, so oft wie möglich raus in die Seminare, da lernt man mit Abstand am meisten. Betriebsräte, Seminarleiter, Referenten: Hier liegen Wissen und Erfahrung konzentriert. Immer wieder neue Menschen kennen zu lernen hilft sehr und ist ein Gewinn Ich glaube auch, dass es eine meiner Stärken ist, sensibel zu sein, mich in andere reinversetzen zu können.

Welche Rolle spielen unsere Seminarleiter und Referenten dabei?

Die machen einen wirklich unschätzbar wichtigen Job. Durch die Seminarleitung ist das ifb für unsere Teilnehmer erlebbar. Sie ist vor Ort, sie kommuniziert, sie überträgt den Geist des ifb und lebt unsere Ideale vor. Sie präsentiert und repräsentiert. Kurz gesagt: Die Musik spielt da, wo Seminarleitung und Teilnehmer zusammen treffen.

Unsere Referenten bewegen sich mehr bei den Fakten. Oh, wir haben wirklich sehr gute Referenten, eingeschlafen ist beim ifb noch niemand (lacht).Nein, ernsthaft: Unsere Referenten zeichnet ihr ausgezeichnetes Knowhow und ihre Präsentationsgabe aus. Auch sie vermitteln die Werte des ifb. Eigentlich ist es doch ganz einfach: Wenn wir weiter wachsen wollen, dann müssen wir da gut sein und noch besser werden, wo die Seminarteilnehmer unsere Arbeit erleben. Das ist unsere Aufgabe Nummer 1.

Ein anderes Thema: Nicht jeder Geschäftsführer ist glücklich über die betriebliche Mitbestimmung. Welche Bedeutung hat sie für Dich?

Die Mitbestimmung hat für mich einen sehr hohen Wert, vor allem und auch deshalb, weil sie die Nachhaltigkeit sichert. Betriebsräte machen einen äußerst verantwortungsvollen Job. Seitdem ich berufstätig bin, verfolge ich dieses Thema. Immer wieder konnte ich feststellen, dass das Soziale und das Menschliche oft wegen des hohen Profitdenkens von einigen Unternehmern auf der Strecke bleiben. Betriebsräte sind da als Gegenpol sehr bedeutsam, denn nur, wenn sich die Betriebsparteien reiben und miteinander diskutieren, können nachhaltige Ergebnisse entstehen. Ich sehe Mitbestimmung deshalb nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber als sehr sinnvoll an.

Wenn Du Betriebsratsmitglied wärst – was wären die ersten Dinge, die Du anpacken würdest?

Das kann ich eigentlich nur branchenabhängig beantworten. Generell liegt mir das Thema berufliche Sicherheit sehr am Herzen. Je älter man wird, desto wichtiger wird eine nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze. Oft gehen Manager hohe Risiken ein. Genau da muss man aufpassen, man muss ein Gewissen in dieser Richtung haben. Als Geschäftsführer möchte ich entsprechende Verantwortung tragen und dies für die Kolleginnen und Kollegen im Blick behalten. Ich meine, was wären wir denn sonst? Nur ein paar Räume mit Mauern herum oder einige Zahlen auf dem Papier? Nein, es geht um die Menschen. Die haben die Ideen. Vor allem sie bringen das Unternehmen voran.

Was verstehst du eigentlich unter guter Führung?

Man sagt mir einen kooperativen Führungsstil nach. Ich sehe meine Rolle als neuer Geschäftsführer darin, dem ifb zu dienen, es nach vorne zu bringen. Ich will unsere Mitarbeiter dazu motivieren, diesen Weg mitzugehen. Probleme möchte ich aus dem Weg schaffen, Arbeitsprozesse optimieren und immer wieder Anregungen geben, gemeinsam Dinge anzugehen, damit wir vorwärts kommen.

Das ifb hat fast 1.000 externe Mitarbeiter, was dürfen die von dir erwarten?

Jedes Unternehmen muss natürlich rentabel wirtschaften, so auch wir, aber wir möchten noch viel mehr als nur das. Das ifb ist eine Leidenschaft. Das ifb ist wie eine Art von Familie, die bei aller Arbeit auch nie den Spaß und das Feiern vergisst. Ich spüre jetzt schon so etwas wie eine Art berufliche Heimat. Das hab ich bisher so noch nicht kennengelernt.

Auf dem Seminarleiter-Jahrestreffen in Dresden Anfang 2015 hab ich das zum ersten Mal erlebt. Das war so herzlich.  Spontan hatte ich den Eindruck einer Hochzeitsgesellschaft, die sich trifft und einfach nur glücklich über das Ereignis und das Wiedersehen von so vielen Menschen ist. Begeisterung und Miteinander waren immer spürbar. Oh, da kenn ich auch ganz andere Sachen, also steife und unpersönliche Veranstaltungen. Ich schätze das beim ifb schon nach kurzer Zeit sehr. Wenn man die Möglichkeit bekommt, sich persönlich im beruflichen Bereich so sehr wiederzufinden, dann ist das doch perfekt.

Nochmal gefragt, Stefan: Was haben die ifb-Mitarbeiter, also interne wie externe zu erwarten?

Lass es mich anders formulieren: Bleibt bitte alle so, wie ich Euch bisher kennen lernen durfte! Ich hab da einen wunderbaren „spirit“ gespürt, den müssen wir uns bewahren. Das ist ein so hohes Gut, möglichst viele sollten das mitbekommen. So einen Geist zu besitzen ist wirklich nicht selbstverständlich. Gemeinsam können wir noch so viel für unsere Teilnehmer aber auch für uns selbst tun und erreichen. Ich bin dabei!

Zur Info:  Stefan C. Werner, Jahrgang 1976, ist seit April Geschäftsführer beim ifb. Als BWL ‘er bringt er neben frischem Wind auch eine jahrelange Seminarerfahrung aus anderen Branchen mit. Man wird ihn wohl in Zukunft auf vielen Seminaren treffen, sagt er, denn er freut sich auf den kontinuierlichen Austausch mit unseren Betriebsräten und allen anderen Teilnehmern.

Privat verbringt er am liebsten Zeit mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn Leo. Außerdem ist er gerne in der Natur unterwegs, ob auf einem kleinen Segelboot oder im Zelt und spielt in einer Band E-Gitarre.

Interview: Peter Hackner – Bildquelle: © Anna-Katharina Steinhardt

One Kommentar zu “„Willkommen, Stefan!“ – Das erste Interview mit dem neuen Geschäftsführer des ifb”

  1. Vielen Dank für die informativen Fragen und Antworten! So habe ich das Gefühl, Stefan schon ein bisschen kennengelernt zu haben, bevor wir uns – demnächst, irgendwann – auf einem Seminar begegnen werden. Dass Du so großen Wert auf den persönlichen Kontakt mit den Teilnehmern, den Referenten und den SeminarleiterInnen legst, gefällt mir gut. Viel Freude für die nächsten 100 Tage beim ifb (und natürlich darüberhinaus:-))!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.