Spende des ifb: Komplette Einnahmen aus Seminarreihe gehen an die Flüchtlingshilfe

Ehrenamtliche und Flüchtlinge im Verein Lichterkette München

Hassan ist 27 Jahre alt und wohnt in München-Laim. Vor einigen Jahren floh er unter abenteuerlichen Umständen von Afghanistan über den Iran nach Europa. In einem windigen Schlauchboot überlebte er die Meerespassage nach Griechenland. Versteckt und in einem Ersatzreifen zusammengekauert schaffte er es lebend nach Deutschland. Während dieser mehrtägigen Fahrt unterhalb eines Lkws ist er fast erforen. Seine erschütternde Flucht beschrieb die Süddeutsche Zeitung vor einiger Zeit in einer Reportage.

Es gibt unendlich viele Schicksale wie das von Hassan. Fast alle sind sie tragisch, nicht wenige enden tödlich.

Im Herbst 2015 explodierten die Flüchtlingszahlen. Wer erinnert sich nicht daran? Täglich kamen mehrere tausend Menschen am Münchner Hauptbahnhof an und das über Wochen. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung erlebte in dieser Zeit ihren Höhepunkt.

Damals entschloss sich auch das ifb zu helfen. Die Planungsabteilung konzipierte ein neues Tagesseminar. Der Titel:  „Die Eingliederung von Flüchtlingen – Das sollte der Betriebsrat wissen“. Praktische Unterstützung vor Ort also – ein guter Anfang. Institutsleiter Hans Schneider führt das aus: „Es war uns wichtig, dass unsere engagierten Seminarteilnehmer über die möglichen Formen der Beschäftigung von Flüchtlingen im Betrieb und über die rechtliche Situation Bescheid wissen. Sie sollen in der Lage sein, entscheidende Weichen zu stellen, damit aus den fremden Menschen möglichst schnell geschätzte Kolleginnen und Kollegen werden.

Diese Art der Hilfe war nur die eine Seite. Hans Schneider ergänzt: „Sämtliche Einnahmen aus diesem Seminar spenden wir komplett an die Flüchtlingshilfe.

So kam es, dass das ifb im Jahr 2016 etliche Tagesseminare zu diesem Thema veranstaltete. Erfreulicherweise waren alle recht gut besucht. Mittlerweile endete die Seminarreihe. Im November konnten die Einnahmen addiert werden. Dabei kam die Summe von 32.800,- Euro zusammen. Der Betrag wurde vor wenigen Tagen zu gleichen Teilen an vier vom ifb ausgewählte Organisationen gespendet. Diese stellen wir Ihnen sehr gerne vor:

Lichterkette München e.V.

Der gemeinnützige Verein Lichterkette entwickelt und unterstützt Projekte und Aktionen, die im Sinne der Völkerverständigung die Begegnung, den interkulturellen Austausch und das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern. Der Spendenbetrag in Höhe von 8.200 Euro fließt in das zurzeit wichtigste Förderprogramm namens „PRO-Ausbildung“. In diesem geht es darum, Asylbewerber mit Hilfe von Stipendien in Ausbildung zu bringen (Foto).

Link: http://www.lichterkette.de/

workeer – Jobbörse für Flüchtlinge

Die Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse richtet sich speziell an geflüchtete Menschen. Mit Hilfe einer Plattform soll ein geeignetes Umfeld geschaffen werden, in dem arbeitssuchende Flüchtlinge auf ihnen gegenüber positiv eingestellte Arbeitgeber treffen. Aktuell nehmen bereits 2.000 Betriebe an diesem Programm teil. Mit dem Spendenbetrag des ifb kann die populäre Plattform weiter professionalisiert werden.

Link: https://workeer.de/

Start with a friend e.V.

Der Verein hat das Motto „Aus Fremden können Freunde werden.“ Er setzt sich für nachhaltige Integration ein. Mit Hilfe von Patenschaften werden Flüchtlinge im Alltag unterstützt, zum Beispiel beim Kontaktfinden zur Bevölkerung, bei der Suche nach Kindergartenplätzen und beim Erlernen der deutschen Sprache. Mit einem großen Teil des gespendeten Betrags wird die digitale Struktur des Vereins verbessert. So können die zehn Ortsgruppen endlich miteinander vernetzt werden.

Link: http://www.start-with-a-friend.de/

„Auf geht’s“ – Lebenslust Garmisch-Partenkirchen e.V.

Das regionale Freiwilligenzentrum ist eine Einrichtung des Vereins Lebenslust. „Auf geht’s“ versteht sich dabei als Koordinierungszentrum für bürgerschaftliches Engagement. Es richtet sich an Privatpersonen und an Unternehmen. Diese bringen sich individuell ein, der Verein koordiniert dies. Der vom ifb gespende Betrag in Höhe von 8.200 Euro fließt hauptsächlich in verschiedene Projekte der Flüchtlingsarbeit, wie Deutschkurse, kulturelle Integration, persönliche Begleitung und Sprachpatenschaften.

Link: http://www.aufgehts-gap.de/

 

Der vor einigen Jahren in einem LKW-Reifen geflüchtete Afghane Hassan arbeitet heute als festangestellter Elektrotechniker in München und spricht sehr gut Deutsch, sogar mit leicht bayerischem Einschlag. Nebenbei ist er für den Verein Lichterkette ehrenamtlich tätig, eine der von uns ausgewählten Organisationen. Als „Vorbild“ spricht er dabei regelmäßig vor Hauptschülern, um ihnen Mut für ihren weiteren Lebensweg zu machen.

Hassans bisheriges Leben könnte Stoff für einen dramatischen Hollywood-Film sein. Das Gute ist: Dieser Film hätte ein Happy-End. Viele Helfer sind an Geschichten wie der von Hassan beteiligt. Nur persönliches Engagement macht so etwas  möglich.

Bildquelle: © Lichterkette e.V.

2 Kommentare zu “Spende des ifb: Komplette Einnahmen aus Seminarreihe gehen an die Flüchtlingshilfe”

  1. Man kann solche Aktionen nur unterstützten und die Initiatoren beglückwünschen. wenn sich jeder einen persönlichen Flüchtling an die Hand nimmt, sollte schon sehr viel erreicht sein. „Dann schaffen wir das auch“

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