Girls‘ Day und Boys‘ Day – das ifb war 2015 wieder mit dabei

Warum ergreifen eigentlich fast nur Frauen den Beruf des Kommunikationstrainers? Ralf Richter zuckt mit den Achseln: „Keine Ahnung, ist mir unerklärlich.“ Seit vielen Jahren ist Ralf in diesem Job tätig. Für das ifb arbeitet er außerdem als Seminarplaner zum Thema Kommunikation und Rhetorik. Anlässlich des Girls‘ Day und Boys‘ Day 2015 stellte er Schülerinnen und Schülern den Inhalt seiner Arbeit vor.

Einmal im Jahr öffnen sich Unternehmen dem Nachwuchs und gewähren Einblicke in den betrieblichen Alltag. Dabei soll der Blick vor allem auf geschlechtsuntypische Berufe gelenkt werden. Wie dringend notwendig das ist, verdeutlicht eine Studie des IAB-Instituts der Bundesagentur für Arbeit. Danach hat sich das Berufsspektrum von Männern und Frauen in den vergangenen Jahren kaum verändert. 60 Prozent der Frauen und rund zwei Drittel der Männer verbleiben in geschlechtstypischen Jobs. “Männer schrauben – Frauen pflegen” – so bringt es das IAB auf einen Nenner.

Vier Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren besuchten anlässlich des diesjährigen Aktionstages das ifb in Seehausen, um in geschlechtsuntypische Berufsbilder hinein zu schnuppern.

Lehrer in der Schule kennen sie schon. Ralf Richter stellte sich als „Lehrer für Erwachsene“ vor. Dass man mit den Erwachsenen anders umgehen muss als mit Jugendlichen, war allen klar. In einer kurzweiligen Stunde reisten die jungen Teilnehmer durch die Welt der Kommunikation. Ralf erklärte, dass wir uns nicht immer darauf verlassen können, dass Dinge so sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Als Trainer beschäftigt er sich unter anderem damit, wie Informationen unter Menschen weitergegeben werden und welche Probleme dabei entstehen. Ein toller und interessanter Beruf, nicht nur für Frauen!

Auch sonst entdeckten die jungen Gäste an diesem Tag viel Neues. So lernten sie zum Beispiel die Arbeitsabläufe in einer Betriebskantine kennen. Einen besonderen Einblick gab es in die Welt der Werbung. Warum sind eigentlich Marken für Firmen so wichtig? Elisa Döllefeld aus der Marketing-Abteilung wusste die Antwort und gestaltete eine informative Lehrstunde zum Thema Mediengestaltung. Dabei stellte sie auch den Ausbildungsberuf „Kaufmann/frau für Marketingkommunikation“ vor. Jörn Wolfgram, Geschäftsführer der  Beratungsfirma ifb-BR-consulting, demonstrierte zum Abschluss in einem spannenden Vortrag, wie es gelingen kann, über Grenzen hinweg zu denken und mit einem Lächeln das Leben besser zu meistern.

Die Berufswahl ist bei jungen Menschen nach wie vor sehr traditionell geprägt. Nach Auskunft der Hans-Böckler-Stiftung lernen die Mädchen am liebsten als Verkäuferin im Einzelhandel, bei den Jungen steht Kfz-Mechatroniker ganz oben auf der Wunschliste. Girls Day und Boys Day helfen, den persönlichen Horizont bei der Berufswahl zu erweitern. Die sechs Jugendlichen, die heute das ifb besuchten, waren von den Chancen und Möglichkeiten jedenfalls sehr beeindruckt.

Bildquellen: © ifb

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