Ein Leben als Betriebsrat

Man könnte es  kaum besser sagen: Der Mann ist mit Herzblut bei der Sache. Peter Esmann, seit 1982 Mitglied im Betriebsrat. Ja, die Jahreszahl stimmt: 1982. Das sind über 30 Jahre. Und nicht nur das: Er ist auch freigestellter Betriebsratsvorsitzender, Mitglied in mehreren Ausschüssen, Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat der Coface Europe und stellvertretender Sekretär im Europäischen Betriebsrat der Coface S.A. in Paris.  Noch eine wichtige Aufgabe: Als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Mainz ist er auch regelmäßig im Einsatz.

Was sich manche fragen: „Karriere“ als Betriebsrat – geht das eigentlich? Oh ja. Diese könnte zum Beispiel so aussehen wie die von Peter Esmann.

Im Interview mit der Zeitschrift „der betriebsrat“ gab der 57jährige vor Kurzem Einblicke in seine Arbeit. Der gelernte Bürokaufmann erzählt, warum er sich damals, vor drei Jahrzehnten, für seine Kolleginnen und Kollegen engagieren wollte: „Die Betriebsratsarbeit hat mich einfach interessiert, ich wollte frischen Wind reinbringen. Schon von zuhause bin ich ein sogenannter Oppositioneller und empfinde den Drang nach Gerechtigkeit.

Die Motive um als Betriebsrat zu kandidieren sind oft vielfältig. Sie reichen von persönlicher menschlicher Überzeugung bis hin zu allgemeinen gesellschaftspolitischen Werten. Gerechtigkeit im Betrieb ist dabei für viele besonders wichtig.

Dabei sieht er sich gar nicht als „bequemer“ BR-Vorsitzender. Früher, da habe er am liebsten mit dem Kopf durch die Wand wollen. Heute sei das ganz anders: „Ich bin ruhiger geworden und überlegter.“ Transparenz ist ihm wichtig. Zu dieser gehört auch, in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber Ross und Reiter klar beim Namen zu nennen.

„Ausdauer und Fairness sollte man für das Amt schon mitbringen“ rät Esmann. „Ich finde es  sehr wichtig, dass man nicht zu seinem eigenen Vorteil handelt. So kann ich mich auch heute immer noch morgens im Spiegel anschauen.

Seit 1991 ist Esmann Teilnehmer beim ifb. Mit einem Rhetorikseminar hat es begonnen. „Ich erinnere mich ziemlich gut. Das war im winterlichen Bad Tölz in Bayern.  Hans Schneider, der Gründer des ifb, war unser Referent. Im Laufe der Jahrzehnte konnte ich ziemlich viele gute Fortbildungen beim ifb besuchen.“

In sechs Jahren, so etwa gegen 2020, möchte Peter Esmann in den Ruhestand gehen. Das ist gar nicht mehr lange. Bis dahin hat er weiterhin ein klares Ziel vor Augen: „Wir wollen als Betriebsrat Sicherheit für die Beschäftigten erreichen und halten.“

Eine Karriere als Betriebsrat? Nein, besser noch: Ein Leben als Betriebsrat. Peter Esmann hat es vorgemacht.

Das komplette Interview kann man hier online nachlesen (der betriebsrat 3/2014, S. 16-18).

 

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